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Leben einer Honigbiene

Das Leben einer Honigbiene ist geprägt von klaren Aufgaben, enger Zusammenarbeit und erstaunlicher Organisation. Honigbienen leben nicht allein, sondern in einem Staat, dem sogenannten Bienenvolk. Ein Volk besteht aus einer Königin, vielen tausend Arbeiterinnen und – je nach Jahreszeit – einigen hundert Drohnen.

Dauer bis zum Schlüpfen

Alles beginnt mit einem Ei, das die Königin in eine Wabenzelle legt. Nach etwa drei Tagen schlüpft daraus eine Larve. Diese wird von Ammenbienen gefüttert. Nach mehreren Tagen verpuppt sich die Larve in der verdeckelten Zelle. Daraus entsteht schließlich eine fertige Biene. Vom Ei bis zur erwachsenen Arbeiterin dauert es ungefähr 21 Tage, bei einer Königin 16 Tage und beim männlichen Drohn ganze 24 Tage.

Arbeiterin und ihre Aufgaben

Nach dem Schlüpfen übernimmt eine Arbeiterbiene im Laufe ihres Lebens verschiedene Aufgaben – je nach Alter. Zuerst reinigt sie Zellen und wärmt die Brut. Danach wird sie zur Ammenbiene und füttert Larven. Später produziert sie Wachs, baut Waben und verarbeitet Nektar zu Honig. Auch der Stockdienst und die Bewachung des Eingangs gehören zu ihren Aufgaben. Erst im letzten Abschnitt ihres Lebens wird sie zur Sammelbiene und fliegt aus, um Nektar, Pollen, Wasser und Propolis zu sammeln.

Sammeln und bestäuben

Eine Sammelbiene kann täglich viele Blüten besuchen und legt dabei mehrere Kilometer zurück. Mit ihrem Rüssel saugt sie Nektar auf und transportiert ihn im Honigmagen zum Stock. Dort wird er weitergegeben und zu Honig verarbeitet. Den Pollen sammelt sie in kleinen „Körbchen“ an ihren Hinterbeinen.

Köngin

Die Königin hat eine besondere Rolle: Sie sorgt fast ausschließlich für Nachwuchs und kann im Sommer bis zu 2.000 Eier am Tag legen. Drohnen, die männlichen Bienen, haben die Aufgabe, eine junge Königin zu begatten. Danach sterben sie, und die übrigen Drohnen werden vor dem Winter aus dem Stock gedrängt.

Lebensdauer Honigbienen

Im Sommer lebt eine Arbeiterbiene meist nur etwa 4–6 Wochen, da die harte Arbeit ihre Kräfte schnell aufbraucht. Winterbienen dagegen können mehrere Monate alt werden. Gemeinsam übersteht das Volk die kalte Jahreszeit in einer dichten Wintertraube, in der die Bienen sich gegenseitig wärmen.

Das Leben einer Biene ist kurz, aber hoch organisiert – und für Natur und Landwirtschaft von großer Bedeutung, denn Bienen bestäuben viele Pflanzen und sichern so einen wichtigen Teil unserer Nahrung.